Aktuell laufen im politischen Berlin die Verhandlungen zur Ausgestaltung des 500-Milliarden-Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität. Mit Erschrecken musste der organisierte Sport feststellen, dass Investitionen in die marode Sportinfrastruktur des Landes nach den bisherigen Planungen nicht möglich sein sollen. Dies hält der Landessportbund Thüringen für einen großen Fehler. Ein Sondervermögen ohne Sport ist eine vertane Chance Deutschland!
Als Landessportbund Thüringen und damit Teil der größten zivilgesellschaftlichen Bewegung unseres Landes fordern wir die Politik deshalb auf sich in der parlamentarischen Beratung dafür einzusetzen, die Sportinfrastruktur als förderfähigen Bereich im Sondervermögen zu verankern.
Sport ist mehr als Bewegung – er ist ein Motor für Gesundheit, Integration, Teilhabe, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. In über 87.000 Sportvereinen mit rund 28 Millionen Mitgliedschaften entfaltet der organisierte Sport in Deutschland tagtäglich eine enorme gesellschaftliche Wirkung. Doch diese Arbeit ist auf eine intakte, moderne und flächendeckend verfügbare Sportinfrastruktur angewiesen – sowohl in kommunaler als auch in vereinseigener Trägerschaft.
Viele Sportstätten in Deutschland sind jedoch sanierungsbedürftig, teilweise marode und nicht mehr zukunftsfähig – weder energetisch noch barrierefrei noch funktional. Für das Sportland Thüringen trifft dies unter anderem auf die Radrennbahn in Gera oder das Schießsportzentrum Suhl, aber auch auf circa 1.800 andere Sportstätten zu.
Das im Koalitionsvertrag angekündigte Programm einer Bundesmilliarde für den Sport ist ein wichtiges politisches Signal. Seine Wirkung wird sich jedoch nur dann voll entfalten, wenn Länder und Kommunen in die Lage versetzt werden, ihre Förderanteile an Investitionen in die Sportinfrastruktur mithilfe des Sondervermögens zu leisten – und dafür rechtlich und finanziell die nötigen Voraussetzungen erhalten. Doch genau das ist nach bisherigen Planungen der Bundesregierung nicht möglich!
Der LSB Thüringen appelliert deshalb an die Politik sich dafür einzuserteb, dass der Sport in den Ausführungsgesetzen zum Sondervermögen explizit als förderfähiger Bereich aufgenommen wird. Der Gesetzgeber auf Bundesebene und die Länder im Bundesrat müssen diesen Impuls gemeinsam setzen – im Sinne eines starken und nachhaltigen Sports in Deutschland.
