Frauen und Gleichstellung im Sport – für den Landessportbund Thüringen ist das nicht nur ein Motto, sondern ein zentrales Anliegen im Sportalltag. Auch die Zahlen unterstreichen den Handlungsbedarf: Zwar stieg die Zahl weiblicher Mitglieder in Thüringer Sportvereinen im Jahr 2025 um exakt 4.201 Mädchen und Frauen, ihr Anteil liegt jedoch weiterhin bei nur knapp 37 Prozent. Auch bei den LSB-Ehrungen zeigt sich ein Ungleichgewicht: 72 Prozent der Auszeichnungen gehen an Männer, lediglich 28 Prozent an Frauen.
Die diesjährige gleichnamige Konferenz stand daher ganz im Zeichen des Austauschs, der Reflexion – und des Aufbruchs. Bereits zu Beginn wurde deutlich: Der „bunte Blumenstrauß“ an Persönlichkeiten unter den Teilnehmenden sowie die Vielfalt der Themen machten die Stärke und Breite des Netzwerks sichtbar.
Unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Michaela Tielsch blickte die Konferenz auf ein Jahr zurück, in dem Ziele erreicht, Hürden überwunden und viele Themen gemeinsam weiterentwickelt wurden. Der Bericht des Landessportbundes war nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Aufruf: Stolz auf das Erreichte zu sein und zugleich den Mut für neue Schritte zu fassen.
Gleichzeitig wurde so deutlich, dass das Thema Gleichstellung im organisierten Sport strukturell neu gedacht werden muss. Mit Offenheit, Leidenschaft und Tatkraft wurde diskutiert – mit einem klaren Ergebnis: „Wir wollen mehr Bewegung!“ Den Wunsch nach einem regelmäßigen thematischen Austausch kann die aktuell gelebte Struktur in Form der jährlichen Konferenz nicht aufgreifen. Daher sprach sich das Gremium für die Berufung eines flexibleren Beirats „Vielfalt und Gleichstellung“ aus. Der Antrag zur entsprechenden Empfehlung und damit einhergehenden LSB-Satzungsänderung zur Auflösung der Konferenz soll spätestens zur Mitgliederversammlung 2026 realisiert werden.
Mit diesem Beschluss wurde zugleich der Weg frei für ein erweitertes Maßnahmenpaket: ein digitales Austauschformat, regionale Konferenzen und ein großes Netzwerktreffen. „Drei starke Bausteine, die uns noch näher zusammenbringen, uns agiler machen und unser Wirken sichtbarer nach außen tragen“, so Natalie Rexrodt, Referentin für Sportentwicklung im Landessportbund.
Ein besonderes Highlight war der abschließende Stadtrundgang durch Erfurt – vielfältig, lebendig und voller Begegnungen. Er bot Raum für Gespräche, neue Verbindungen und frische Ideen. Die Begeisterung war spürbar – ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig auch die informellen Momente außerhalb von Sitzungssälen sind. Ein herzlicher Dank geht an Anna Feuer, Vorsitzende der Thüringer Sportjugend, für diese inspirierende Führung.
Dank gilt auch Michaela Tielsch für ihr engagiertes Wirken und die souveräne Leitung der Konferenz sowie allen weiteren Mitgliedern der Projektgruppe, die mit ihrer Energie und Offenheit das Thema Gleichstellung im Sport weiter vorangebracht haben.
