Knapp an den Medaillen vorbei und dennoch wertvoll – acht Mal Platz vier für Thüringen

Olympische Winterspiele – der bedeutendste internationale Wettkampfhöhepunkt im Wintersport findet nur alle vier Jahre statt. Vier Jahre akribische Vorbereitung, vier Jahre Fleiß, Verzicht und Hoffnung für jenen einen Moment, in dem alles zusammenpassen muss. Umso wertvoller ist es, sich im olympischen Wettbewerb gegen die Weltelite durchzusetzen und am Ende den vierten Platz zu erreichen – viertbeste*r der Welt.

Und dennoch gilt der vierte Rang, die sogenannte Blechmedaille, in der öffentlichen Wahrnehmung oft als „undankbar“. Viele Sportler*innen können zunächst nicht wirklich jubeln, empfinden gemischte Gefühle: Die Gedanken kreisen um das knapp verpasste Podium, um die Medaille, die greifbar nah schien. Aber ein vierter Platz bei Olympischen Spielen ist ein herausragender Erfolg – ein Ergebnis, das Stolz verdient und Anlass zum Jubel über eine außergewöhnliche Leistung gibt. Aus Thüringer Sicht blicken gleich sieben Athlet*innen auf olympische Platzierungen knapp neben dem Podium zurück.

In Antholz schrammte Biathletin Vanessa Voigt nur hauchdünn an den Medaillenrängen vorbei – zum zweiten Mal nach den Spielen von Peking. Bemerkenswert: Sie zeigte ausgerechnet im olympischen Wettkampf ihre beste Leistung der gesamten Saison – umso beeindruckender vor dem Hintergrund eines physisch wie psychisch anspruchsvollen Jahres 2025. Besonders bitter - in der Staffel kam ein vierter Platz für Vanessa Voigt dazu. Das DSV-Quartett komplettiert durch Franziska Preuß, Janina Hettich-Walz und Julia Tannheimer verpasste nach Fehlern am Schießstand die erhoffte Medaille.

Skispringer Felix Hoffmann belegte im Mixed-Team Rang vier. Zum Podium fehlten umgerechnet lediglich rund 60 Zentimeter. Im Rennrodeln der Doppelsitzer kämpfte Toni Eggert um die Erfüllung seines olympischen Goldtraums. Nach dem gemeinsamen Karriereende mit Sascha Benecken (Olympiabronze 2022) hatte er sich entschieden, mit Florian Müller einen Neustart zu wagen. Die harte Arbeit zahlte sich nahezu aus: Auf der 1,2 Kilometer langen Eisbahn von Cortina fehlten am Ende nur 0,183 Sekunden zum Podest – eine unfassbar starke Leistung des 37-Jährigen.

Auch Helen Hoffmann erreichte mit der Langlauf-Staffel der Frauen Platz vier. Sie versuchte alles, um den von der Startläuferin übergegeben Rückstand aufzuholen, doch das Team kam nicht mehr ganz an die Medaillenränge heran.

Im Monobob-Wettbewerb verpasste Lisa Buckwitz eine Medaille ebenfalls denkbar knapp. Nach vier Läufen belegte sie Rang vier, mit 0,89 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Besonders stark: Im dritten Durchgang fuhr sie die beste Zeit aller Teilnehmer*innen.

Der sechste vierte Platz mit Thüringer Beteiligung geht im Biathlon an die 4x7,5-km-Staffel u.a. mit Philipp Horn, Justus Strelow und David Zobel. Um ganz vorne zu landen, hätte das Team weniger Schießfehler gebraucht. Auch Horn erklärte selbstkritisch, dass es einfach zu viele Nachlader waren, um eine Medaille zu gewinnen. Horn wurde zudem undankbarer Vierter im Massenstart über 15 Kilometer.

Acht Mal Platz vier – das bedeutet acht Mal olympische Spitzenklasse. Die Ergebnisse sind ein eindrucksvoller Beleg für die Leistungsfähigkeit des Thüringer Wintersports auf der größten Bühne der Welt.

Felix Hoffmann im Mixed-Team. Foto: Team Deutschland | Sofieke van Bilsen

Helen Hoffmann im Ziel. Foto: Team Deutschland | Sofieke van Bilsen

Enttäuschung bei Toni Eggert. Foto: Team Deutschland | Philipp Reinhard


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