Erneuter Mitgliederrekord im Thüringer Sport: zum dritten Mal in Folge verzeichnet der Landessportbund Thüringen eine neue Bestmarke in der Mitgliederstatistik. Die Bestandserhebung für das Jahr 2026 hat ergeben, dass die Thüringer Sportvereine fast 7.000 Mitglieder mehr als noch im Vorjahr aufweisen können.
Insgesamt sind im Landessportbund Thüringen aktuell 391.826 Sporttreibende in 3.189 Vereinen organisiert. Dies entspricht einem Plus von 6.753 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Organisationsgrad, also der Anteil von Sportvereinsmitgliedern im Vergleich zur Thüringer Gesamtbevölkerung, ist mit 18,8 Prozent so hoch wie nie.
„Der erneute Zuwachs untermauert die Bedeutung von Sport und Bewegung in Thüringen. Gemeinsames Sporttreiben ist für die Gesundheitsförderung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt unerlässlich. Die neuerliche Bestmarke basiert auf dem unermüdlichen Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen in den Thüringer Sportvereinen“, freut sich Nadin Czogalla, seit Beginn dieses Jahres Geschäftsführerin Sportentwicklung und Ehrenamt im LSB Thüringen über den Hattrick des dritten Mitgliederrekords in Folge. Verringert hat sich insbesondere durch Auflösungen erneut die Anzahl an Thüringer Sportvereinen um 18 auf nun 3.189.
Anteil an Frauen um über fünf Prozent gesteigert
Erfreulich ist weiterhin die Entwicklung in der Altersgruppe der 7- bis 14-Jährigen. Hier wurde im Vorjahr erstmalig das langjährige Ziel erreicht, dass jedes zweite Kind in diesem Alter Mitglied im Sportverein ist. Nun ist der Organisationsgrad sogar noch einmal auf 51,8 Prozent gestiegen – der höchste Wert aller Altersklassen. Auch in zahlreichen weiteren Altersgruppen gab es Zuwächse, insbesondere bei den 15- bis 18-Jährigen (+1.988), 41- bis 50-Jährigen (+1.935) und über 70-Jährigen (+2.036). Leichte Rückgänge machten sich hingegen im Vorschulalter der bis Vierjährigen (-161) sowie Fünf- und Sechsjährigen (-117), der 27- bis 40-Jährigen (-575) sowie in der Altersgruppe der 51- bis 70-Jährigen (-107) bemerkbar.
Weiterhin treiben im Freistaat deutlich mehr männliche (243.655/ 62,2 Prozent) als weibliche Mitglieder (147.744/ 37,7 Prozent) Sport im Verein, wobei sich der Anteil an Frauen im Vergleich zum Vorjahr um über fünf Prozent erhöht hat. „Dieser deutliche Entwicklungsschritt ist sehr erfreulich. Der gleichberechtigte Zugang zum Sport und die gezielte Förderung von Frauen im Vereinssport sind für uns von zentraler Bedeutung. Neben der Gleichstellung bleibt auch die Vielfalt ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit“, erklärt Czogalla und verweist dabei auf die erstmalige Möglichkeit der vielfältigeren Geschlechterangabe im Rahmen der Mitgliederbestandserhebung. So machten 126 Personen von der Möglichkeit Gebrauch, „divers“ anzugeben. 301 Personen machten gar keine Geschlechterangabe.
Größte Zuwächse im Fußball sowie Para- und Rehasport
Den mit Abstand größten Zuwachs im Freistaat verzeichnet wiederholt der Fußball. Mit einem Plus von 1.924 Mitgliedern wächst des Thüringer Fußball-Verband auf 110.516 Mitglieder an und macht 28 Prozent aller im Landessportbund zusammengefassten Sportarten aus. Über deutliche Mitgliederzuwächse können sich zudem der Para- und Rehasport (+1.626), Leichtathletik (+937), Volleyball (+649) und der Skisport (+543) freuen.
Regional hat der Landkreis Hildburghausen das deutlichste Mitgliederplus von 6,85 Prozent bzw. 720 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr zu vermelden, während es in den Landkreisen Wartburgkreis (-329), Schmalkalden-Meiningen (-277) und in Suhl (-48) Mitgliederverluste gab. Dennoch sind in Suhl (24,1) prozentual zur Bevölkerung noch immer viele Mitglieder in Sportvereinen organisiert. Im Organisationsgrad besser abschneiden lediglich Jena (26,6) und das Eichsfeld (25,3).
120 Mitglieder im Vereinsdurchschnitt
Der Landessportbund Thüringen ist geprägt von Klein- und Kleinstvereinen. Zwei Drittel der Vereine betreuen weniger als 100 Mitglieder. Die durchschnittliche Mitgliederanzahl pro Verein beträgt 123. Die Zahl der Thüringer Sportvereine mit mehr als 1.000 Mitgliedern hat sich um zwei Vereine auf 23 erhöht, wobei die beiden größten Thüringer Sportvereine aus Jena kommen. Der Fußballclub Carl Zeiss Jena (5.595) konnte seine Spitzenposition gegenüber dem Universitätssportverein Jena (3.870) behalte. Auf Rang drei folgt der FC Rot-Weiß Erfurt mit 3.191 Mitgliedern.
Ehrenamt und Sportstätten bilden Basis für weitere positive Mitgliederentwicklung
„Die durchweg positive Mitgliederentwicklung seit drei Jahren zeigt, dass Thüringen ein Sportland ist, in dem Bewegung im Sportverein eine hohe Bedeutung genießt – egal in welchem Alter. Damit alle Menschen im organisierten Sport ein Zuhause finden können, braucht es jedoch weiterhin genügend moderne Sportstätten und gut ausgebildete ehrenamtlich Engagierte, die die Angebote in den rund 3.200 Thüringer Sportvereinen mit ihrem herausragenden Engagement absichern. Hier sind wir weiterhin bestrebt, mit der Unterstützung der Landespolitik gute Rahmenbedingungen zu bieten“, verweist LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel unter anderem auf das Strategiepapier „Zukunftsplan Sportland Thüringen“, welches zwischen dem Landessportbund und dem Freistaat Thüringen derzeit erarbeitet wird.