51 junge Menschen starten Freiwilligendienst im Thüringer Sport

Landessportbund und seine Thüringer Sportjugend fordern verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Anerkennung für freiwilliges Engagement

Mit dem Start des neuen Freiwilligendienstjahres engagieren sich ab dem 1. September 2026 insgesamt 51 junge Menschen im organisierten Thüringer Sport. Sie absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in Sportvereinen, Sportverbänden sowie Kreis- und Stadtsportbünden. Träger der Freiwilligendienste im Sport ist die Thüringer Sportjugend.

Die Freiwilligen sind dabei mittendrin im Vereinsalltag: Sie unterstützen Bewegungs- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche, begleiten Trainingsgruppen, Ferienfreizeiten und Projekte und bringen sich in die Vereinsarbeit ein. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für den Sport vor Ort und sammeln gleichzeitig wertvolle Erfahrungen für ihren eigenen weiteren Weg.

Ein Freiwilligendienst ist dabei weit mehr als ein Engagementjahr. Als Bildungs- und Orientierungsjahr bietet er jungen Menschen die Möglichkeit, eigene Stärken zu entdecken, berufliche Perspektiven zu entwickeln und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Pädagogische Begleitung und Bildungsseminare sind fester Bestandteil des Jahres. Darüber hinaus können die Freiwilligen Qualifikationen wie Trainer- und Übungsleiterlizenzen erwerben.

51 Freiwillige, 41 Einsatzstellen, 11 Sportarten

Im aktuellen Jahrgang absolvieren 40 junge Menschen ein FSJ und 11 einen BFD. Fünf der BFD-Stellen sind im Spitzensport angesiedelt, in den Sportarten Eisschnelllauf, Radsport, Volleyball, Rennschlitten und Skispringen.

Die Freiwilligen sind in insgesamt 41 Einsatzstellen aktiv. Dazu gehören vier Stadt- und Kreissportbünde, zwei Sportfachverbände und 35 Sportvereine. Das Einsatzspektrum reicht von Basketball, Fußball, Volleyball und Handball über Fechten, Voltigieren und Klettern bis hin zu Leichtathletik und Kampfsport. Auch vier Thüringer Bundesligisten profitieren vom Engagement der Freiwilligen: der THSV Eisenach, das SWE Volley-Team, Science City Jena sowie der Thüringer HC.

„Freiwilligendienste sind für den Thüringer Sport unverzichtbar. Sie bringen junge Menschen in die Vereine, schaffen zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche und sind zugleich ein wichtiger Einstieg in ehrenamtliches Engagement. Viele Freiwillige bleiben dem Sport auch nach ihrem Dienst verbunden – als Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Trainer oder im Vereinsmanagement“, erklärt Lisa Kalkofe, Geschäftsbereichsleiterin der Thüringer Sportjugend.

Freiwilligendienste stärken – gerade jetzt

Der Start des neuen Jahrgangs fällt in eine Zeit, in der bundesweit intensiv über Wehrdienst, Wehrersatzdienst und verpflichtende gesellschaftliche Dienste diskutiert wird. Für die Thüringer Sportjugend ist diese Debatte auch eine Gelegenheit, die Bedeutung freiwilligen Engagements stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

„Wir stellen den Wehrdienst als solchen nicht infrage. Aber wenn wir über den Dienst junger Menschen für unsere Gesellschaft sprechen, müssen auch die bestehenden Freiwilligendienste mitgedacht und gestärkt werden. Gerade der Sport zeigt jeden Tag, welchen Wert freiwilliges Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat“, so Kalkofe.

Die Thüringer Sportjugend setzt sich deshalb für ein Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz ein. Dieses müsse Planungssicherheit für Träger schaffen, den Ausbau von Plätzen ermöglichen, eine verlässliche pädagogische Begleitung sicherstellen und die Attraktivität der Dienste erhöhen.

„Wir wollen die aktuelle Debatte nutzen, um die Freiwilligendienste zukunftsfähig aufzustellen. Wer jungen Menschen Verantwortung und Engagement für die Gesellschaft ermöglichen will, muss ihnen dafür auch gute und verlässliche Rahmenbedingungen bieten“, betont Lisa Kalkofe.

Aus Sicht der Thüringer Sportjugend gehören dazu insbesondere ein Rechtsanspruch auf einen Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die Anerkennung von FSJ und BFD als Wehrersatzdienst, ein angemessenes Taschengeld mindestens auf Höhe des BAföG-Satzes sowie eine auskömmliche Finanzierung der Träger für die pädagogische Begleitung.

Freiwilligendienstleistende, Wehrdienstleistende und andere Formen gesellschaftlichen Engagements dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend ist, dass junge Menschen die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und dabei gute Bedingungen vorfinden. Dafür braucht es jetzt politische Verlässlichkeit und eine echte Stärkung der Freiwilligendienste.

Gruppenbild im Rahmen des Eröffnungs-Workshops in Erfurt. Foto: Fotoloft Erfurt/ CP Träger


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