367.095 Thüringer sind Mitglied im Sportverein

Der organisierte Thüringer Sport hat 2018 exakt 367.095 Mitglieder, vereint in 3.394 Vereinen. Das weist die aktuelle Bestandserhebung des Landessportbundes (LSB) aus. 17 Prozent aller Thüringer treiben demnach Sport im Verein. Damit ist und bleibt der LSB die größte Personenvereinigung im Freistaat. „Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Sportvereine in Thüringen“, sagt LSB-Präsident Peter Gösel – obwohl die Statistik nach zwei Jahren mit einem Mitgliederzuwachs auf leicht sinkende Zahlen verweist. Und zwar konkret einem Minus von 3.484 Mitgliedern. „Diese Zahlen schmerzen natürlich, vor allem im Hinblick auf den deutlichen Anstieg im Vorjahr auf über 370.000 Mitglieder“, so Gösel. „Zumal wir weiterhin mit einer dynamischen Entwicklung gerechnet haben, aber es gibt eine schlüssige Ursache.“

Reha- und Gesundheitssport mit deutlichen Rückgängen

So relativiert sich das Ergebnis - zum einen haben 65 Prozent aller Vereine ihren Mitgliederbestand gegenüber 2017 halten und zum Teil sichtbar erhöhen konnten. Drastische Rückgänge verzeichnet hingegen der Verein Reha-Sport-Bildung Elxleben, der 3.215 Mitglieder weniger als noch 2017 verzeichnet – was statistisch betrachtet fast allein den Gesamtverlust entspricht. Bei den Vereinen dominieren weiterhin Klein-und Kleinstvereine. Rund 70 Prozent der Thüringer Sportvereine bewegen weniger als 100 Mitglieder, nur 0,7 Prozent erreichen über 1.000. Mitgliederstärkster Sportverein bleibt der FC Carl-Zeiss Jena mit 3.927 Mitgliedern, gefolgt vom USV Jena (3.594) und dem FC Rot-Weiß Erfurt (2.627).

Generation 50 Plus mit Plus

Bei den Altersbereichen gab es kaum Veränderungen. Den größten Zuwachs mit 1.461 Mitgliedern erreichte der Bereich der Generation 50 Plus. 124.435 Thüringer, die älter sind als 50 Jahre, halten sich im Verein fit. Nachdenklich stimmt hingegen der Rückgang im wichtigen und größten Altersbereich (19 bis 49 Jahre), hier sind 4.670 Mitglieder weniger dabei (gesamt 135.141). Mit diesen Zahlen appelliert Gösel an Vereine und Verbände, für dieses Alter attraktive und flexible Angebote aufzunehmen – auch mit einer Kombination von traditionellen Sportarten und den sogenannten Trends. „Vereine brauchen entsprechende Angebote, um die Mitglieder, die aus dem Wettkampfsport ausscheiden, für eine weitere Bindung an den Verein zu motivieren und nicht ins Fitnessstudio abzuwandern.“ Der LSB will und muss die Vereine dabei unterstützen.

Turnen und KSB Eichsfeld mit dem höchsten Plus

Das größte Plus mit 820 Mitgliedern kann bei den Sportarten Turnen für sich verbuchen (gesamt 45.097). Gefolgt vom Alpenverein und Bergsport (+514), Leichtathletik (+250), Bogensport (+209), und Wushu (+178). Spitzenreiter mit den meisten Mitgliedern bleibt unangefochten Fußball (gesamt 98.303). Elf Kreis- und Stadtsportbünde konnten zum Teil deutliche Mitgliederzuwächse erreichen, angeführt von dem Eichsfeld (1.028) und dem SSB Weimar (338). Mit dem Plus verweist der KSB Eichsfeld gemeinsam mit dem SSB Jena auf den höchsten Organisationsgrad bei den KSB/ SSB mit jeweils 22,9 Prozent. Für das Jahr 2019 ist wieder ein Plus ausgerufen: „Wir sehen weiterhin viel Potential im Vereinssport, trotz Bevölkerungsrückgang, Demografie und der Zunahme kommerzieller Sportanbieter“, so Gösel.

Die Verteilung der Sportvereins-Mitglieder auf die Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte. Grafik: LSB Thüringen


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