Doping-Affäre: LSB ist entsetzt und fordert Aufklärung

„Total bitter und enttäuschend“ – so die entsetzte Reaktion von Prof. Dr. Stefan Hügel, Präsident des Landessportbundes Thüringen zu der aktuellen Dopingaffäre und die Rolle des Erfurter Mediziners Mark Schmidt. „Es ist einfach unfassbar und eine Katastrophe auch für den Thüringer Sport. Der Landessportbund setzt alles daran, die lückenlose Aufklärung zu unterstützen“. Dem oftmals ehrenamtlich getragenen Sport wurde extrem geschadet.

Jetzt müssen wir handeln, um diesen Schaden für das Sportland Thüringen zu begrenzen und zugleich unsere konsequente Haltung im Antidoping-Kampf auch weiterhin umzusetzen.

Dazu gehört auch der sofortige Entzug der Lizenz als „Sportmedizinische Untersuchungsstelle“ in Thüringen für die Arztpraxis Dr. med. Heidrun und Mark Schmidt in Erfurt. Diesen Beschluss hat das LSB-Präsidium mit sofortiger Wirkung getroffen. Bis zum Jahresende 2018 war diese Lizenz auf die Arztpraxis Dr. med. Heidrun Schmidt ausgestellt. Lizenziert werden Arztpraxen, keine Ärzte. 

Für die Anerkennung als Untersuchungsstelle konnten sich Arztpraxen bewerben. Diese Untersuchungsstellen führen die Feststellung der allgemeinen Sporttauglichkeit im Bereich der Landeskader D durch und sind nicht in die kontinuierliche sportmedizinische Betreuung von Spitzen- und Nachwuchssportlern eingebunden. Diese Sporttauglichkeit wird unter anderem durchgeführt als Kriterium zur Aufnahme an das Sportgymnasium sowie um junge Athleten vor gesundheitlichen Risiken, die evtl. im Zusammenhang mit der Ausübung des Leistungssports auftreten können (z.B. Herzerkrankungen, Orthopädie), zu schützen.

Die Lizenz wird für vier Jahre verliehen und kann anschließend für vier Jahre verlängert werden. Diese Verlängerung wurde für die Arztpraxis von Dr. Heidrun Schmidt vorgenommen. Im Rahmen dieser laufenden Verlängerung trat Mark Schmidt in die Praxis ein. „Diesen Umstand haben wir leider bei der Fortsetzung der Lizenz für die betroffene Arztpraxis nicht berücksichtigt“, zeigt sich Hügel entsetzt. „Das hätte nicht passieren dürfen“.

So erklärt Hügel: „Wir haben an dieser Stelle nicht tiefgründig genug die bestehenden Dopingbelastungen im Prozess um die Anerkennung der Lizenzfortschreibung als sportmedizinische Untersuchungsstelle bewertet. Dies war falsch und wir müssen und wollen jetzt die Konsequenzen schnellstmöglich tragen und limitieren.“ Dazu gehört auch die umgehende Information an die Sportfachverbände, von denen Athleten die betreffende Arztpraxis genutzt hatten und um zu erfahren, welche Athleten betreut wurden. Selbstverständlich werden wir aufgrund der nun erhobenen Vorwürfe umgehend und im Detail prüfen, inwieweit Kaderathleten Kontakt zu dieser Praxis haben.

„Um Athleten, Eltern und Trainer aufzuklären und auch um ihnen Unsicherheiten zu nehmen, werden wir Anfang nächster Woche eine Gesprächsrunde initiieren. Dabei geht es für uns auch darum, weitere mögliche Hinweise zur Betreuung der Athleten durch Mark Schmidt zu erhalten, um zur Aufklärung beizutragen.“

Wir wollen den Ergebnissen der Ermittlungen nicht vorgreifen, aber diese Information an die Sportfachverbände beinhaltet auch, dass die Arztpraxis nicht mehr über eine entsprechende Lizenz verfügt und Athleten auch nicht mehr diese Arztpraxis für Untersuchungen nutzen sollten. „Zudem wird das Verfahren der Lizenzierung auf den Prüfstand gestellt.“, kündigt Hügel weitere Schritte an.

Dem Landessportbund Thüringen ist nicht umfassend bekannt, welche D-Kaderathleten im Jahr 2018 durch die Gemeinschaftspraxis Schmidt untersucht wurde.

Wir distanzieren uns klar von allen Dopingmachenschaften und verfolgen gemeinsam mit den Sportverbänden und dem Olympiastützpunkt Thüringen eine klare Antidoping-Haltung. Gemeinsam setzen wir uns strikt für die Bekämpfung von Doping und Medikamentenmissbrauch im Sport ein.  


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