LSB und Stiftung Thüringer Sporthilfe prüfen Auszeichnungsentzug

„Es scheint, dass Ansgard S. den Thüringer Sport ge- und vor allem enttäuscht hat“, zeigt sich LSB-Präsident Prof. Dr. Stefan Hügel zutiefst betroffen zu den neuen aktuellen Vorwürfen in der Dopingaffäre um den Erfurter Arzt Mark S.

Dessen Vater, Ansgard S., engagierte sich viele Jahre ehrenamtlich im organisierten Thüringer Sport – mit großem Interesse und Leidenschaft. So erklärt Hügel: „Diese Person beeinträchtigt den Ruf des Landessportbundes Thüringen, schädigt zutiefst unser Ansehen und zerstört die Vorbildfunktion von Leistungssportlern für aufstrebende Talente.“ 

Für eine Verstrickung seiner ehrenamtliche Positionen und den aktuellen Vorwürfen gibt es keinerlei Ansätze. Ansgard S. war fast 20 Jahre Mitglied im Vorstand des Stiftung Thüringer Sporthilfe, Rechtswart im Thüringer Skiverband sowie Vorsitzender des Schiedsgerichts des LSB Thüringen. 

Aberkennung von Auszeichnung
Sollten sich die aktuellen Anschuldigungen als wahr erweisen, hat das LSB-Präsidium sich bereits dazu entschieden, Ansgard S. umgehend eine Ehrung des LSB Thüringen aus dem Jahr 2009 abzuerkennen. Das Prüfverfahren läuft. Die Ehrung mit der GutsMuths-Ehrenplakette in Bronze kann aberkannt werden, wenn deren Träger die Grundsätze und Werte des LSB in erheblichem Maße verletzt und das Ansehen und die Interessen des LSB Thüringen bzw. seiner Mitgliedsvereinen und Verbände in hohem Ausmaß geschädigt hat. 

Aus dem Vorstand der Stiftung Thüringer Sporthilfe ist Ansgard S. bereits im Jahr 2017 ausgeschieden – aufgrund eines durch die Stiftung langfristig geplanten Generationswechsels. Auch Dr. Kuno Schmidt, 1. Vorsitzender ist betroffen: „Der Sachverhalt schockiert uns zutiefst und ist auch menschlich einfach nur ernüchternd.“

LSB zeigt Null Toleranz gegenüber Doping
„Umso mehr unterstützen wir uneingeschränkt die Aufklärung der aktuellen Dopingaffäre um den Erfurter Arzt Mark S.“. Wir wollen diesen Sachverhalt lückenlos klären und eventuell vorliegende Verstöße kompromisslos ahnden“. 

Der Landessportbund Thüringen setzt sich vehement für eine klare Anti-Doping-Haltung ein und unternimmt alle zielführenden Aktivitäten im Anti-Doping-Kampf. Dazu zählen eine Vielzahl von Maßnahmen, seiner Sportverbände und des Olympiastützpunktes Thüringen zur Bekämpfung von Doping und Medikamentenmissbrauch im Sport wie der Beteiligung des LSB an der Finanzierung von Dopingkontrollen im Bereich der Nachwuchsathleten, der Organisation im Zusammenwirken mit den Sportgymnasien und Verbänden sowie der nationalen Dopingagentur NADA von präventiven Informations- und Aufklärungsveranstaltungen für Trainer und Sportler. Auch in den Lizenzausbildungen der Übungsleiter und der Trainer ist Anti-Doping fester Bestandteil. Zu recherchieren sind diese Konzepte im Maßnahmeplan des Landessportbundes Thüringen e.V. im Kampf gegen Doping. Seit Anfang 2016 arbeiten zudem der LSB und die Staatskanzlei zusammen, um Doping-Opfer in Thüringen zu unterstützen. So fanden unter Federführung des LSB bereits zwei Treffen zwischen Betroffenen des Dopings im DDR-Sport und der Politik statt. Gemeinsam wird nach Möglichkeiten gesucht, um Betroffenen in Problemfällen weiterzuhelfen. 

Erste Gespräche mit Sportfachverbänden 
Die Recherchen im LSB, welche Sportfachverbände betroffen sind und Athleten für sportmedizinische Untersuchungen in der Arztpraxis hatten, laufen noch. Fest steht, dass es keinerlei offizielle Zusammenarbeit mit dem OSP Thüringen und der Betreuung von Bundeskader-Athleten gegeben hat. Bei den Landeskader-Athleten handelte es sich um eine jährliche medizinische Grunduntersuchung zur Sporttauglichkeit und für die Aufnahmeuntersuchung für die Sportgymnasien.
Diesen Mittwoch findet eine erste, nicht öffentliche, Gesprächsrunde mit dem Thüringer Schwimmverband, Athleten und deren Eltern statt, um weitere Informationen zu erhalten und um in einem vertrauten Rahmen Unsicherheiten abzubauen. Eine terminliche Absprache mit dem Radsportverband sowie dem Thüringer Athletenverband läuft noch.


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