Doping-Affäre: LSB im Gespräch mit Verbänden, Eltern und Sportlern

Am 6. und 7. März gab es auf Einladung des Landessportbundes Thüringen Gespräche mit Vertretern des Thüringer Schwimmverbandes, des Thüringer Athletenverbandes sowie des Thüringer Radsportverbandes um gemeinsam mit Trainern, Eltern und Athleten in einem vertraulichen Rahmen neue mögliche Erkenntnisse zu Mark S. im Zusammenhang mit der aktuellen Dopingaffäre zu erfahren. Rund 60 Vertreter nahmen diese Angebote wahr. Gemeinsam wollte man nachvollziehen, welche Abläufe und gegebenenfalls Auffälligkeiten es innerhalb der sportärztlichen Untersuchungen gab.

Hintergrund war, dass die Sportarten Schwimmen, Radsport und Gewichtheben die Arztpraxis Schmidt genutzt haben, um Tauglichkeitsuntersuchungen von Landeskadern und Aufnahmeuntersuchungen für das Sportgymnasium durchzuführen. Diese Untersuchungen fanden entsprechend einer Lizenz der Arztpraxis als Sportmedizinische Untersuchungsstelle des LSB Thüringen statt. Die Lizenz wurde umgehend entzogen, nun war und ist es dem LSB ein wichtiges Bedürfnis zu erfahren, wie sich die Art der Zusammenarbeit gestaltete und welche Verunsicherungen es bei den Eltern gibt.

Zusammengefasst ergaben sich keinerlei weiteren Hinweise auf eine Verstrickung der Arztpraxis als Sportmedizinische Untersuchungsstelle in Bezug auf die aktuellen Doping-Anschuldigungen zu Mark S. In einer ruhigen, sachlichen und vertraulichen Atmosphäre erklärten die Vertreter des Verbandes sowie Trainer ihre Sichtweise zur Zusammenarbeit.  Eltern, die zum Teil bei den Untersuchungen dabei waren, schilderten die Abläufe der Tauglichkeitsuntersuchungen. Durch den Radsportverband wurde darauf verwiesen, dass ein Angebot des Arztes zur Durchführung von Leistungsdiagnostiken nicht angenommen wurde.

Keine weiteren Hinweise

Mit den durchgeführten Untersuchungen waren die Eltern stets zufrieden, erlebten einen engagierten qualifizierten Arzt, der darauf achtete, dass die Eltern selbst bei der Untersuchung anwesend waren und diese zu gesundheitlichen Problemen sowie bezüglich der Vorschriften der NADA und deren Umsetzung informierte. Umso mehr erstaunen die Ausführungen und erweckten den Anschein, dass Mark S. anscheinend eine Scheinwelt aufbaute.

Beunruhigt zeigten sich die Eltern im Hinblick, dass ihre durch die Arztpraxis betreuten Kinder nun automatisch einem Generalverdacht unterliegen könnten und auch im Rahmen jetziger und zukünftiger Berichterstattung, was die Veröffentlichung von Daten und Namen betrifft, benannt werden.

Perspektiven der Sportmedizinischen Untersuchungsstellen

Einigkeit seitens der Sportverbände und der Eltern bestand darin, dass System der Durchführung von sportärztlichen Tauglichkeitsuntersuchungen im Nachwuchsleistungssport fortzuführen. Hier sicherte der LSB zu, sehr kurzfristig Gespräche mit dem Thüringer Sportärztebund aufzunehmen und über Möglichkeiten der Gewinnung weiterer anerkannter Sportmediziner bzw. Einrichtungen mit einem sportmedizinischen Hintergrund zu sprechen.

Die Finanzierung von jährlich durchgeführten sportmedizinischen Untersuchungen für Landeskader D, im Regelfall sind diese im Alter zwischen 13 und 15 Jahren,  sowie die Erstuntersuchung zur Feststellung der allgemeinen Leistungssporttauglichkeit liegt in Verantwortung des jeweiligen Thüringer Sportfachverbandes. Dies betraf im Jahr 2018 22 Verbände, von denen ca. 550 Landeskader diese Untersuchung pro Jahr in Anspruch nahmen. Die Auswahl der lizenzierten Untersuchungsstellen übernimmt der Sportfachverband, durch den LSB gibt es keine Zuweisung. Diese Sportfachverbände können über den LSB eine Förderung zur Finanzierung und Erstattung der Kosten - konkret und ausschließlich für diese sportmedizinischen Untersuchungen -  erhalten, die Förderung hierfür beträgt 80 Prozent der Kosten.

Die Pauschale, die eine Sportmedizinische Untersuchungsstelle für eine Untersuchung entsprechend der „Konzeption sportmedizinisches Untersuchungs- und Betreuungssystem im Nachwuchsleistungssport in Thüringen“ fordern kann, liegt im Rahmen zwischen 130 bis 150 Euro (die reellen Kosten für die Arztpraxis sind um einiges höher). 


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