Gera startet Sportentwicklungsplanung 2030

Zu einer positiven Entwicklung einer Stadt gehört auch der Wohlfühlfaktor ihrer Einwohner. Und zum Wohlfühlen gehört die Möglichkeit zum regelmäßigen Sporttreiben. Sei es durch moderne Sportstätten, die Einbindung von Sportvereinen oder die Bereitstellung neuer Angebote. Diese Chance hat auch die Stadt Gera erkannt und entwickelt einen Sportentwicklungsplan 2030, um die Interessen der Geraer aufzugreifen. Der LSB begleitet den Prozess.

Bei einem Kick off am 13. Mai stellten die beteiligten Partner das Konzept und den etwa 18-monatigen Ablauf vor. Eingebunden sind neben der Stadt auch der Stadtsportbund und regionale Sportvereine. Das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung aus Potsdam (Inspo) begleitet das Verfahren fachlich. Aktuell sind in Gera 112 Vereine mit über 16.000 Mitgliedern registriert - bei 94.859 Einwohnern.

Zunächst werden über 7.500 Geraer Post aus dem Rathaus bekommen. Ihre anonymen Antworten zu den Fragebögen, ausgewählt nach wissenschaftlichen Methoden, sollen ein repräsentatives Bild über das Sportverhalten in der Stadt, aber auch über die Wünsche und Verbesserungsvorschläge an die Geraer Sportlandschaft liefern. Denn gesellschaftlicher Wandel und demografische Entwicklungen verändern auch die Interessen der Bürger und der Sporttreibenden. Und die letzte Sportentwicklungsplanung mit Befragung in Gera ist über zehn Jahre her.

Zudem werden Vorstände von Geraer Sportvereinen, Geraer Schulen und kommerzielle Sportanbieter befragt. Zusätzlich wird es Workshops zur Vernetzung und zum Austausch geben. Wichtiger Bestandteil ist auch eine Bestandanalyse der regionalen Sportstätten. Dabei werden zum einen bestehende Daten zusammengetragen, zum anderen die 88 kommunalen Sportstätten – einschließlich Schulsportanlagen und Schulfreianlagen – begangen und bewertet. Letzteres auch hinsichtlich ihres Sanierungsbedarfes. „Dabei spielt auch eine Rolle, ob und wie sie sich perspektivisch multifunktional erweitern, weiterentwickeln lassen“, so Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung. Das Institut konnte auch dank eines Zuschusses von 30.000 Euro durch das Land von der Stadt mit dem Sportentwicklungsplan Gera 2030 beauftragt werden.

Ziel ist es, der Stadt Handlungsempfehlungen zur bedarfsgerechten Versorgung der Geraer mit Sportangeboten und Sportstätten an die Hand zu geben. Diese bilden die Grundlage für eine nachhaltige Sportentwicklung in den Vereinen.

Gera ist mit seiner Planung aktuell Vorreiter in Thüringen und setzt zugleich die neuen Regelungen des Thüringer Sportfördergesetzes um. Darin heißt es, dass ab dem Jahr 2020 auch kreisfreie Städte spätestens alle zehn Jahre einen Sportstättenentwicklungsplan umzusetzen haben.

Der Landessportbund begleitete den Auftakt mit einem Vortrag, präsentierte Daten und Ressourcen der Vereine und des Stadtsportbundes. Wichtig ist eine frühzeitige aktive Mitwirkung und Einbindung des organisierten Sports, so begleitet der LSB diesen gern. Denn nur mit wissenschaftlicher Betreuung und der Einbeziehung des organisierten Sports ist eine nachhaltige Sportentwicklungsplanung möglich. Und erweckt damit den Wohlfühlfaktor der Einwohner und das nicht nur in Gera.

René Soboll, Fachdienstleiter Sport, LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt, LSB-Geschäftsführer Thomas Zirkel, Michael Barsuhn von Inspo, Projektleiter Leif Pöhnitzsch sowie Konstantin Pape von Inspo (von links). Foto: SSB Gera


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