Ehrenamt als Staatsziel: LSB und Feuerwehr appelieren an Politik

Der Landessportbund Thüringen und der Thüringer Feuerwehr-Verband haben eine gemeinsame Erklärung verfasst, die am 28. August den Fraktionsvorsitzenden des Thüringer Landtages im Rahmen einer Diskussionsrunde übergeben wurde. Es geht um die Forderung, dass der Schutz und die Förderung des Ehrenamtes als Staatsziel in die Thüringer Verfassung aufgenommen werden.

Die Thüringer Gesellschaft würde ohne das Ehrenamt in vielen Bereichen untergehen – dazu zählen freiwillige Tätigkeiten im Rettungssystem ebenso wie im organsierten Sport. Umso wichtiger ist die Wertschätzung dieser freiwilligen unentgeltlichen Tätigkeit. Darin sind sich LSB und Feuerwehr-Verband einig. Die Forderung ist nicht neu, doch soll die Gemeinschaft den Druck auf die Politik erhöhen.

„Das ehrenamtliche Engagement ist durch nichts Gleichwertiges ersetzbar und eine tragende Stütze für unsere demokratische Werteordnung. Deshalb halten wir es für erforderlich, die Förderung des Ehrenamts als Staatsziel aufzunehmen, um der Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen das erforderliche Gewicht zu verleihen.“, unterstreicht der Feuerwehr-Verbandsvorsitzende Lars Oschmann die Wichtigkeit der gemeinsamen Erklärung. Feuerwehrkräfte setzen ihre Freizeit ein ohne vor Gefahrensituationen zurückzuschrecken. So wäre etwa ohne die schnelle, kompetente und uneigennützige Hilfe von zehntausenden ehrenamtlichen Einsatzkräften bei den Feuerwehren und Hilfsorganisationen kein flächendeckendes Hilfeleistungssystem mehr darstellbar. Fallen diese Kräfte weg, werden Menschen sterben, weil diese die dringend notwendige Hilfe nicht mehr rechtzeitig erreichen wird. „Mit hauptamtlichen Personal lässt sich deren Fehlen nicht kompensieren, da dies zum einen nicht bezahlbar wäre und zum anderen gar nicht so viel geeignetes Personal auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünde.“, erklärt Oschmann.

„Ohne Leidenschaft wird wohl kein Ehrenamt ausgeübt, daher ist die Schaffung entsprechender Strukturen zur Erleichterung und Unterstützung ihres Wirkens wie etwa steuerliche Vergünstigungen und Entbürokratisierung nur logisch. Allein Bekenntnisse haben keinen Wert“, bekräftigt auch LSB-Präsident Prof. Dr. Hügel die notwendige Stärkung. Schon jetzt ist eine Entwicklung zu registrieren, die Sorgen bereitet. Die Bereitschaft zur Übernahme eines freiwilligen Engagements nimmt ab. „Damit gerät langfristig auch das Gefüge des organisierten Sports als größte Personenbewegung Thüringens ins Schwanken.“ Konsequenzen wären etwa das Fehlen flächendeckender Angebote von Sportvereinen im Breiten- und Leistungssportbereich. Ohne Organisatoren, Platzwarte oder Schiedsrichter droht die Reduzierung von Sportveranstaltungen -  angefangen bei Fußballspielen in der Kreisliga bis zum internationalen Top Event wie etwa dem Rennsteiglauf. Die Wertschöpfung allein durch die rund 60.000 Ehrenamtlichen im Thüringer Sport liegt jährlich bei 150 Millionen Euro und wäre bei einem Wegfall nicht durch öffentliche Gelder zu kompensieren.

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