Regional unterschiedliche Corona-Auflagen im Thüringer Sport

Seit fast drei Wochen gilt die neue Verordnung des Thüringer Sportministeriums (TMBJS). Der Landessportbund hat in zahlreichen Gesprächen mit Vereinsvertretern und dem Ministerium festgestellt, dass die Auflagen in den zu erstellenden Infektionsschutzkonzepten von Sportvereinen regional sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Dies betrifft sowohl die Rahmenbedingungen zur Genehmigung von Sportveranstaltungen mit Zuschauern als auch die Auflagen zur Öffnung von Turnhallen zum Sport- und Trainingsbetrieb.

Daher hat der LSB Thüringen seine Handlungsempfehlungen nach Absprache mit dem TMBJS definiert und wird diese schnellstmöglich auch allen Gesundheitsämtern zukommen lassen. „Wir wissen, dass die Gesundheitsämter, aber eben auch die Ehrenamtlichen im Thüringer Sport derzeit einen enormen Mehraufwand in der Erstellung und Prüfung der Infektionsschutzkonzepte leisten. Bei aller verständlichen und gebotenen Vorsicht in der aktuellen Lage sollten die Behörden berücksichtigen, dass die Ehrenamtlichen im Thüringer Sport in ihrer Freizeit und mit großem Verantwortungsbewusstsein und Motivation versuchen, Sporttreiben unter Infektionsschutzmaßnahmen zu gestalten“, so LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel, der in diesem Zusammenhang auch die Erhebung von Gebühren einzelner Gesundheitsämter zur Genehmigung der Infektionsschutzkonzepte von Sportvereinen nicht gutheißen kann.

So gelten beispielsweise im Saale-Holzland-Kreis und Weimar Eltern bei Nachwuchs-Sportveranstaltungen nicht als Zuschauer, in einigen anderen Landkreisen dagegen schon. Der LSB hat in seinen nun veröffentlichten Handlungsempfehlungen definiert, dass Eltern nur dann nicht als Zuschauer gelten, wenn sie eine unmittelbare für den Sportbetrieb notwendige Funktion ausüben. Dies kann beispielsweise die organisatorische Unterstützung des Übungsleiters sein.

Auch bei der Öffnung der kommunalen Turnhallen für den Vereinssport gibt es regional und sogar lokal sehr differenzierte Erfahrungswerte. Während viele Einrichtungen interessiert sind, die Turnhallen wieder für den Vereinssport zu öffnen und dabei selbst Infektionsschutzkonzepte zur Unterstützung der Sportvereine erstellen wollen, bleiben andere Turnhallen noch immer geschlossen.

„Die Reaktionen aus dem Thüringer Sport schwanken zwischen Verständnis und Verärgerung. Insbesondere dort, wo Turnhallen noch nicht für den Vereinssport geöffnet wurden oder Sportveranstaltungen ohne beziehungsweise nur sehr wenigen Zuschauern stattfinden dürfen, fürchten die Vereine um ihren Mitgliederbestand und finanzielle Verluste“, erklärt Zirkel. So erwartet unter anderem Volleyball-Zweitligist VC Gotha, dass die Ausgaben bei Heimspielen mit den zu erwartenden Einnahmen aus dem Ticketverkauf von 50 zugelassenen Zuschauern nicht ausgeglichen werden können.

Der LSB wird sich mittels der erarbeiteten Handlungsempfehlungen dafür einsetzen, Unklarheiten im Austausch mit den lokalen Gesundheitsämtern zu beseitigen. So konnte der LSB unter anderem im Gespräch mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Hildburghausen bei der Genehmigung des Triathlons am Bergsee Ratscher bei Schleusingen am ersten September-Wochenende erfolgreich zwischen Haupt- und Ehrenamt vermitteln und so die Durchführung ermöglichen. Auch im Nachgang sind keine negativen Folgen bzw. ein erhöhtes Infektionsgeschehen aufgetreten. Ein verantwortungsbewusster Umgang ist daher eine wichtige Signalwirkung.   

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