Thüringer Sportbetrieb kommt bis auf wenige Ausnahmen zum Stillstand

Mit den ab 15. Dezember gültigen Sondermaßnahmen der Landesregierung zur Eindämmung des Coronavirus SARS-CoV-2 geht auch der organisierte Thüringer Sport wieder in den verlängerten und weitreichenden Lockdown. Im Trainings- und Wettkampfbetrieb der 3.384 Sportvereine herrscht damit vorerst bis zum 10. Januar 2021 eine fast vollständige Zwangspause mit nur wenigen Ausnahmen. Und die Perspektiven darüber hinaus sind sehr ungewiss.

Seit dem März gleicht der Sportbetrieb einer Achterbahnfahrt. Bereits seit dem 3. November gab es für den organisierten Sportbetrieb erneut weitreichende Einschränkungen auf der Landesebene. Lediglich der Kinder- und Jugendsport war davon nicht generell betroffen. Dieser ist nun ebenfalls landesweit untersagt. Sportstätten müssen aber nicht generell geschlossen werden. Erlaubt ist nach wie vor für alle Individualsport zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts ohne Körperkontakt, jedoch ausschließlich im Freien sowohl auf öffentlichen und nicht-öffentlichen (z.B. vereinseigenen) Sportanlagen. Weitergehende Ausnahmen gibt es für den Trainingsbetrieb der Sportgymnasien, den Trainings- und Wettkampfbetrieb von Profisportvereinen sowie von olympischen und paralympischen Kaderathleten, wonach z.B. auch eingeschränkt Sport in Hallen erlauben ist. Regionale Beschränkungen können diese Öffnungen aber nochmals begrenzen. 

Dazu erklärt LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel: „Da die bisherigen Maßnahmen das Infektionsgeschehen leider nicht spürbar gesenkt haben, haben wir mit der Verlängerung der  bestehenden Einschränkungen gerechnet und müssen diese auch schweren Herzens so akzeptieren. Dennoch stellt individuelles Sporttreiben keinen gleichwertigen Ersatz für die wertvollen sozialen und gesundheitlichen Wirkungen des gemeinschaftlichen Sporttreibens im Verein dar. So steht zu befürchten, dass die gesundheitlichen Konsequenzen der wochenlangen Inaktivität der Bevölkerung derzeit noch gar nicht absehbar sind, ebenso werden in vielen anderen Bereichen wie etwa dem ehrenamtlichen Engagement, die Auswirkungen erst zeitversetzt zu spüren sein.“

Vereinsbefragung in Planung

Aktuell kann der LSB noch nicht abschätzen, ob und in welchem Ausmaß sich die finanzielle Belastung  der Vereine aufgrund der Beschränkungen erhöhen wird. Um belastbare Informationen zu erhalten und um je nach Ergebnis bei der Politik gezielt für Unterstützungsleistungen zu werben, plant der LSB Thüringen sich im Januar 2021 an einer Online-Vereinsbefragung zu den Auswirkungen der Pandemie zu beteiligen. Durchgeführt wird diese im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums durch die Universität Mainz. Ziel ist es, „dass unsere Sportstrukturen diese Krise gut überstehen“. Ergebnisse sollen Mitte Februar vorliegen.

Onlinetraining im Kommen

Zudem ruft der LSB Thüringen seine Mitgliedsorganisationen auf, ihre sportlichen Angebote in alternativer Form zur Verfügung zu stellen, um Mitglieder zur Bewegung zu motivieren und weiterhin an den Verein zu binden – ohne unnötige Infektionsrisiken einzugehen. Schon jetzt zeigt sich Thomas Zirkel von der Innovation und Kreativität begeistert: „Zahlreiche Vereine konzipieren Online-Trainingsangebote per Webkonferenz, um ihre Mitglieder vom Kleinkind bis zum Senior fitzuhalten, simulieren Wettkämpfe und Online-Challenges oder überraschen ihre Ehrenamtlichen mit Nikolausgeschenken im Briefkasten“. Doch in hoffentlich absehbarer Zeit wird der Thüringer Sport wieder in den Sportstätten und nicht virtuell stattfinden. 

Leere Sportstätten - dieses Bild gehört erneut zum Jahr 2020. Foto: LSB


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