Digitale Jahrestagung „Integration durch Sport“: Chance für Vereinsberatung

Ganz neu und doch in vertrauter Umgebung fand die Jahrestagung „Integration durch Sport“ (IdS) in diesem Jahr in Thüringen statt. Vertreter aus 30 Sportvereinen trafen sich zum ersten Mal digital von zu Hause aus. Unter dem Thema „Stützpunktvereine im Austausch – Zwischen engagierter Integrationsarbeit und dem Umgang mit diskriminierenden Situationen?“ wurde zwei Tage lang diskutiert, auf Probleme und deren Lösungen eingegangen und Pläne für die Zukunft gemacht.

Mit dem Projekt „Sport zeigt Gesicht! Gemeinsam couragiert handeln“ (SzG) steht dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ und seinen Stützpunktvereinen in Thüringen ein kompetenter Partner zur Verfügung. Gemeinsam sollen Sportvereine darin unterstützt werden, mit Konflikten besser umzugehen und Diskriminierung vorzubeugen. Leitbildentwicklung sowie partizipative Erarbeitung von Jugendordnungen sind konkrete Angebote die unterbreitet wurden. Daneben werden Lösungen für Problemstellungen bei individuellen Beratungen gemeinsam erarbeitet.

Über die Herausforderungen einzelner Vereine hinaus, wurde im Bereich Kampfsport und Fußball auf übergreifende Konflikte geschaut: Kann man eine gemeinsame Strategie entwickeln, um besser gehört zu werden oder strukturelle Veränderungen zu bewirken? Welche Wege gibt es bereits und wie können die Vereinsvertreter*innen diese effektiv nutzen, um Diskriminierung entgegenzuwirken bzw. anzuzeigen? Mit der Jahrestagung ist hier ein Anfangspunkt gesetzt, welcher in den kommenden Monaten und Jahren weiter verfolgt wird. Alle Teilnehmer*innen konnten sich schon jetzt darauf verständigen, dass Vorfälle bekannt gemacht werden müssen. „Zuhören“, „ernst nehmen“ und ein „vertrauensvoller Umgang miteinander“ waren Punkte, die am Samstag immer wieder betont wurden.

Regionale Strukturen nutzen

Wieder einmal wurde deutlich, dass neben überregionaler Vernetzung und Koordination regionale Ansprechpartner*innen wichtig sind. Die sechs bei unterschiedlichen Kreis- und Stadtsportbünden angegliederten Fachkräfte „Integration durch Sport“ übernehmen diese Aufgabe. Lisa Kalkofe, Geschäftsbereichsleiterin Sport und Gesellschaft im LSB Thüringen, machte noch einmal deutlich, dass „unsere Fachkräfte nicht nur Kontakt zu Vereinsfunktionär*innen sondern auch zu Menschen mit Migrationshintergrund haben und hier wichtige Schlüsselpersonen und Brückenbauer*innen sind, die ein Vertrauensverhältnis zu den Mitgliedern haben und somit als Ansprechpartner*innen super geeignet sind“.

Im Hinblick auf das kommende Jahr sind auch regionale, durch die Fachkräfte geleitete digitale Gesprächsrunden denkbar. Denn obwohl alle Teilnehmenden ein Treffen „in echt“ schöner gefunden hätten und es auch immer wieder ein paar technische Probleme gab, bleiben positive Rückmeldungen: „Sehr gute Tagung. Schöner Austausch trotz Onlineformat.“, „Vielen Dank für die spannende Tagung dieses Jahr.“, „Tagung war sehr interessant, trotz technischer Herausforderungen.“. Dies findet auch Programmleiter Jörg Schünke und stellt fest, dass "es insbesondere unter Coronabedingungen wichtig ist, in Kontakt zu bleiben. Vereine stehen vor großen Herausforderungen. Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ wird weiterhin unterstützen und ein verlässlicher Partner an der Seite der Integrationsbeauftragten der Anerkannten Stützpunktvereine sein.“

Diesmal digital: Jahrestagung IdS in Thüringen


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